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Regelinsolvenz 2026 – Ablauf, Kriterien & Kosten

Die Regelinsolvenz ist das zentrale Entschuldungsverfahren für Selbstständige, Unternehmer und Personen mit komplexen finanziellen Verhältnissen. Hier erfahren Sie, wie das Verfahren 2026 abläuft, welche Kriterien erfüllt sein müssen und mit welchen Kosten Sie rechnen sollten.

Letzte Aktualisierung: 10. April 2026

Die Regelinsolvenz bietet im Jahr 2026 einen klar strukturierten Weg aus der Überschuldung. Wer den Ablauf des Verfahrens, die wichtigsten Kriterien und die zu erwartenden Kosten verstehen möchte, findet hier eine bundesweit gültige, rechtssichere Übersicht für Selbstständige, Freiberufler & Einzelunternehmer.

Regelinsolvenz – kompakt erklärt

Die Regelinsolvenz ist das gesetzliche Entschuldungsverfahren für Selbstständige, Freiberufler, Einzelunternehmer und ehemalige Selbstständige mit komplexen finanziellen Verhältnissen. Sie kommt immer dann zum Einsatz, wenn betriebliche Verbindlichkeiten, viele Gläubiger, offene Sozialabgaben oder unternehmerische Strukturen bestehen.

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Was ist die Regelinsolvenz?

Die Regelinsolvenz ist das Standardverfahren für alle Personen, die nicht in die Verbraucherinsolvenz fallen. Sie gilt insbesondere für:

  • Selbstständige und Freiberufler
  • Einzelunternehmer
  • ehemalige Selbstständige mit vielen Gläubigern
  • Personen mit offenen Löhnen oder Sozialabgaben
  • Personen mit komplexen Vermögensverhältnissen

Ziel des Verfahrens ist die Restschuldbefreiung und damit ein wirtschaftlicher Neustart. Im Unterschied zu einer Verbraucherinsolvenz richtet sich die Regelinsolvenz an Personen mit unternehmerischen oder komplexen finanziellen Strukturen. Die Regelinsolvenz betrifft viele Punkte mit Pfändungen — unser Pfändungsratgeber gibt hierzu eine Orientierung.

Wer kann eine Regelinsolvenz beantragen?

Selbstständige und Freiberufler

Wenn laufende Verträge, betriebliche Verbindlichkeiten oder offene Forderungen bestehen.

Einzelunternehmer

Da Einzelunternehmen keine juristischen Personen sind, fällt das Verfahren immer unter die Regelinsolvenz.

Ehemalige Selbstständige

Wenn mehr als 19 Gläubiger vorhanden sind oder Forderungen aus Arbeitsverhältnissen bestehen.

Personen mit komplexen Vermögensverhältnissen

Zum Beispiel bei Beteiligungen, offenen Sozialabgaben oder mehreren Einkommensquellen.

Kriterien & Voraussetzungen der Regelinsolvenz

  • Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung
  • vollständige Unterlagen
  • keine Sperrfrist
  • Mitwirkungspflicht

Ablauf der Regelinsolvenz – Schritt für Schritt

  1. Vorbereitung der Unterlagen
  2. Erstellung des Insolvenzantrags
  3. Einreichung beim Insolvenzgericht
  4. Eröffnungsbeschluss & Insolvenzverwalter
  5. Insolvenzverfahren
  6. Wohlverhaltensphase (was bedeutet Wohlverhaltensphase?)
  7. Restschuldbefreiung (was ist die Restschuldbefreiung?)

Kosten der Regelinsolvenz

  • Gerichtskosten
  • Kosten des Insolvenzverwalters (genaue Erklärung)
  • Möglichkeit der Kostenstundung

Dauer der Regelinsolvenz

In der Praxis meist 3 Jahre, abhängig von:

  • Vermögenssituation
  • Anzahl der Gläubiger
  • Mitwirkung
  • Bearbeitungszeiten

Pflichten während des Verfahrens

Mitwirkungspflicht

Alle Änderungen der persönlichen und wirtschaftlichen Situation müssen mitgeteilt werden.

Erwerbsobliegenheit

Es besteht die Pflicht, einer angemessenen Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Offenlegungspflichten

Einkünfte, Vermögen und Zahlungen müssen vollständig angegeben werden.

Unter Punkt "Obliegenheiten im Insolvenzverfahren" erfahren Sie mehr über diese drei Punkte.

Vorteile und Risiken der Regelinsolvenz

🟩 Vorteile der Regelinsolvenz

Rechtssicherer Weg zur Entschuldung

→ Die Regelinsolvenz führt – bei natürlichen Personen – nach Erfüllung aller Pflichten zur Restschuldbefreiung.

Schutz vor Vollstreckungen

→ Nach Eröffnung des Verfahrens gilt die Zwangsvollstreckungssperre; Gläubiger dürfen nicht mehr einzeln vollstrecken.

Klare, gesetzlich geregelte Struktur

→ Antrag

→ Eröffnungsverfahren

→ Verwaltung/Verwertung

→ Schlussverteilung

→ Restschuldbefreiung.

Das Verfahren ist vollständig in der InsO geregelt.

Wirtschaftlicher Neustart

→ Nach Abschluss sind alle nicht privilegierten Schulden erlassen; Selbstständigkeit kann teils fortgeführt werden

🟥 Risiken der Regelinsolvenz

Pfändungen / Abführung des pfändbaren Einkommens

→ Während des Verfahrens wird der pfändbare Teil des Einkommens abgeführt.

Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse

→ Vollständige Transparenz gegenüber Gericht, Insolvenzverwalter und Gläubigern ist Pflicht. Dazu gehören Vermögen, Einkommen, Verträge, Forderungen, Buchhaltung etc.

Einschränkungen im Geschäftsverkehr

→ Besonders bei Selbstständigen und Unternehmen:

  • Kontrollverlust, da der Insolvenzverwalter entscheidet
  • Einschränkungen bei Verträgen, Konten, Verfügungen
  • mögliche Liquidation von Vermögenswerten

Regelinsolvenz vs. Verbraucherinsolvenz

Regelinsolvenz

Für Selbstständige, Einzelunternehmer und komplexe Fälle.

Verbraucherinsolvenz

Für Privatpersonen mit einfachen Vermögensverhältnissen.

Wichtig

Die Wahl des richtigen Verfahrens hängt von der individuellen Situation ab.

Checkliste: Unterlagen für den Insolvenzantrag

Persönliche Unterlagen

  • Ausweis / Reisepass
  • Meldebescheinigung
  • Familienstandsnachweise (Heiratsurkunde, Scheidungsurteil, Unterhaltstitel)
  • Einkommensnachweise der letzten 3 Monate
  • Bescheide: Jobcenter, Rentenversicherung, Krankenkasse, Pflegekasse
  • Steuerbescheide der letzten 2–3 Jahre
  • ggf. Schwerbehindertenausweis

Finanzielle Unterlagen

  • Kontoauszüge aller Konten (mind. 3 Monate)
  • Kreditverträge
  • Leasingverträge
  • Ratenzahlungsvereinbarungen
  • Mietvertrag
  • Energieverträge
  • Versicherungsverträge
  • Darlehensverträge (privat & geschäftlich)
  • Bescheide: Steuern, Sozialversicherung, Krankenkasse
  • Lohnabrechnungen / Gewinnermittlungen
  • Vermögensnachweise: wie z.B. Sparbücher, Depots, Bausparverträge, Lebensversicherungen, Kfz‑Briefe, Immobilienunterlagen, ..

Gläubigerunterlagen

  • Rechnungen
  • Mahnungen
  • Inkassoschreiben
  • Vollstreckungsankündigungen
  • Pfändungs- und Überweisungsbeschlüsse
  • Forderungsaufstellungen
  • Kreditkartenabrechnungen
  • Schreiben von Anwälten
  • Gerichtliche Titel / Vollstreckungsbescheide
  • Kündigungen von Verträgen

Unterlagen für Selbstständige / Freiberufler

  • Einnahmen‑Überschuss‑Rechnungen (EÜR) der letzten 2–3 Jahre
  • Betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA)
  • Jahresabschlüsse
  • Umsatzsteuer‑Voranmeldungen
  • Gewerbeanmeldung / Handelsregisterauszug
  • Verträge mit Kunden und Lieferanten
  • Offene‑Posten‑Listen (Debitoren/Kreditoren)
  • Mietvertrag für Geschäftsräume
  • Leasingverträge (Fahrzeuge, Maschinen)
  • Kassenbuch
  • Inventarliste

Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Unvollständige Unterlagen

Fehlende Dokumente verzögern das Verfahren erheblich.

Nicht gemeldete Änderungen

Einkommens‑ oder Adressänderungen müssen sofort mitgeteilt werden.

Fehlende Mitwirkung

Unkooperatives Verhalten kann zur Versagung der Restschuldbefreiung führen.

FAQ zur Regelinsolvenz

Wie lange dauert die Regelinsolvenz?

In der Regel 3 Jahre, abhängig von Vermögen, Gläubigern und Mitwirkung.

Kann ich während der Insolvenz selbstständig bleiben?

Ja, unter bestimmten Voraussetzungen und mit Zustimmung des Insolvenzverwalters.

Wer entscheidet über die Restschuldbefreiung?

Das Insolvenzgericht nach Abschluss der Wohlverhaltensphase.

Kann ich die Kosten stunden lassen?

Ja, wenn die finanziellen Voraussetzungen vorliegen.

Welche Unterlagen brauche ich?

Gläubigerliste, Kontoauszüge, Verträge, Bescheide, Einkommensnachweise.

Was passiert mit meinem Vermögen?

Pfändbares Vermögen wird verwertet, unpfändbares bleibt erhalten.

Kann die Restschuldbefreiung versagt werden?

Ja, bei fehlender Mitwirkung, falschen Angaben oder neuen Straftaten.

Wir begleiten Sie durch den gesamten Prozess

  • Aufbereitung aller Unterlagen
  • Erstellung der Anträge
  • Kommunikation mit den Gläubigern, falls notwendig
  • Schutz Ihrer wirtschaftlichen Zukunft

Viele Vorabfragen beantworten wir bereits ausführlich in unserem Schuldenratgeber unter Fragen & Antworten und unter Insolvenz & Schuldenthemen

Ergänzende Informationen zum Thema Regelinsolvenz und zu den Handlungsmöglichkeiten haben wir im Wissensbereich dargestellt.

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Wir beraten bundesweit per Telefon und Video – schnell, zuverlässig und rechtssicher. Zusätzlich bieten wir persönliche Beratungstermine im gesamten Rhein‑Main‑Gebiet an, um Unternehmen und Selbstständige auch vor Ort optimal zu unterstützen.

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